Über uns


Siegburg - wo liegt das denn? hätte ich vor mehr als 20 Jahren geantwortet, wenn mich jemand nach dieser Stadt gefragt hätte. Heute ist es meine Heimat - umringt von Sieg, Rhein und Agger, Wiesen und Wäldern, dabei im Mittelpunkt der "Mischelsbersch" (Michaelsberg) mit seiner Abtei.

Seit dem Umzug in unser Haus habe ich mit meiner Familie zusammen die Liebe zu Hunden kennen gelernt - und wie Hunde ein Leben bereichern können. Die Liebe und Freude, die sie vermitteln, möchten wir nicht mehr missen!



Mittlerweile leben "nur" noch zwei Zweibeiner im Haus. Unser Nachwuchs steht schon lange auf eigenen Beinen.

Derzeit haben wir 2 Hunde, Jolene und Finja. Über Langeweile kann ich trotzdem nicht klagen, irgendwas ist immer (wobei sowohl mein Mann als auch die Hunde bevorzugt die Kategorie: Essen wählen). 

Netti war ein Labrador, die aus einem "Zuchtzwinger" stammt. Wir haben sie im Alter von ca. 8 Jahren vom Verein Retriever in Not e.V. erhalten.

Dass Netti zu uns kam, war eher ein glücklicher Zufall. Auf der Suche nach einem Welpen hatten wir nämlich nicht ganz so viel Glück. Beim ersten Versuch bekamen wir im Nachhinein eine Absage, beim zweiten wurde nur eine Hündin geboren, die die Züchterin behalten wollte, beim dritten blieb die Hündin leer, beim vierten fünften nur zwei Hündinnen, wir standen an dritter Stelle... Dass wir nicht beim Dissi-Züchter gelandet sind, haben wir RIN zu verdanken. Die Aufklärung über Züchter und Vermehrer hätte uns im Leben nicht dazu bringen können, "mal schnell" woanders einen Retriever zu erwerben. Daher entschieden wir uns, erst einmal eine Hündin zu uns zu nehmen, die einen liebevollen Platz benötigt. Den konnten wir immerhin bieten. Nach der entsprechenden Vorkontrolle und sehr netten Gesprächen konnten wir Netti abholen.

Mit der Zeit hatte sie Vertrauen gewonnen.

Netti war ausgesprochen anspruchslos, sie ist und war der beste "erste" Hund, den man sich wünschen kann. Die Liebe, die man ihr gab, erwidert sie voll und ganz. Sie zeigte mir immer, wie froh sie war, unter vernünftigen Bedingungen zu leben. Ein Leckerchen, eine Schmuseeinheit, ein Spaziergang und die Nähe zur Familie waren ihr sehr wichtig. Und sie dankte es mit Hopsen und Freuen, mit Schlammwälzen und Nähe, einfach mit ihrem ganzen Dasein. Hm ich habe gerade noch ein Bild ohne Schlamm oder Wasser an ihr gesucht, aber keins gefunden.

Netti ist im Juli 2011 friedlich über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir mussten sie leider gehen lassen. Aufstehen wurde von Tag zu Tag schwerer, die Verdauung fand fast nur noch im Körbchen statt und fressen fand sie auch nicht mehr so toll. Wir haben darauf verzichtet, ihr Leben zu unseren Gunsten und zu ihren Ungunsten um 1-2 Wochen zu verlängern, auch wenn der Abschied sehr schmerzhaft war. Der erste Hund ist vermutlich für jeden etwas Besonderes. In unserem Herzen wird sie immer bleiben.

Kima, geb. am 18.5.2005 (Silhouette de Bourgogne-Picardie) war ein ausgesprochen liebenswerter Golden Retriever. Im Wesenstest am 18.04.06 wurde ihr dies auch entsprechend bestätigt. Sie war unser Sonnenschein, schleppte ständig alles, was so herumliegt an, und schaut dann mit großen Augen: los Leckerchen her! Schön war, dass sie dadurch unsere Kinder dazu erzogen hatte, ihre Schuhe in den Schuhschrank zu stellen und Müll direkt in den Mülleimer - statt über den Umweg Kima. Kima war sehr leichtführig und verstand schnell, was sie machen soll. Sie hat sich mit jedem und allem vertragen, war in der ersten Annäherung von großen Hunden (worunter ich jetzt zb irische Wolfshunde verstehe) etwas vorsichtig, aber dann kaum zu bremsen - außer durch Mauselöcher, die sie mit Hingabe in alle Richtungen vergrößerte. Wieso sie allerdings unter unserem Lieblingsstrauch ein Mauseloch vermutete, kann ich mir nicht erklären...

Kima konnte am besten mit Clickertraining und Spielen, auch im Wasser, beschäftigt werden. Da schwimmen gut für sie war, suchten wir wo immer möglich Wasser auf. Wobei unsere Vorstellung von Wasser manchmal nicht mit ihrer übereinstimmt - Pfützen und schlammige Bäche sind schließlich auch Wasser (Frauchen kapierte das leider nicht immer)

Im Herbst 2013 traf uns ein schwerer Schlag. Eigentlich zum vorsorglichen Herzultraschall bestellt bekamen wir die Diagnose: Weichteilobjekt (Thrombose oder Tumor) auf Lunge und Herz. Die vorherigen Nierenprobleme, die wir glaubten, in den Griff zu bekommen, traten in den Hintergrund. Es wurde nur noch die Frage gestellt: heute oder morgen. Also gingen wir mit ihr und Kayleigh eine letzte Runde, verabschiedeten uns dabei von Feldern und Wiesen, altbekannten Spielgenossen und halfen ihr dabei, friedlich einzuschlafen. Wir können es nicht fassen, dass sie im Alter von nur 8 Jahren von uns gehen musste und  vermissen sie sehr.

Aller guten Dinge sind... drei!

Also zog am 5.3.2008 Bright Kayleigh of Four Bridges aus dem DRC-Zwinger von Frau Brück bei uns ein. Die beiden "älteren" Damen trugen es mit Fassung und Nachsicht. Kima brachte dem kleinen Plüschtier auf vier Beinen ziemlich schnell Spielzeug. Wir freuten uns sehr, dass noch ein kleiner Wirbelwind Leben in die Bude bringt - wobei Leben bei einem leicht gestörten Schlafrhythmus zu Beginn doch etwas zweideutig zu sehen ist. Wir stellten jedenfalls fest, dass man mit viel weniger Schlaf mit vielen Unterbrechungen auch irgendwie überleben kann.

Wesenstest und BHP A hatte sie trotz meiner Prüfungsangst bestanden. Kayleigh war unglaublich leichtführig und verfügte über einen außergewöhnlichen will to please und steadyness. Wenn sie nur merkte, dass das Dummy mitgenommen wurde, (vielen Dank an Frau Hansteen, die auf ihre unvergleichliche Art und Weise allen das Dummytraining nah gebracht hat), war sie sofort bei der Sache. Vor allem das Suchen und Apport aus dem Wasser der Sieg hatten es ihr angetan. In jeder Hinsicht war Kayleigh ein absoluter Ausnahmehund. Das einzig Lästige war beim Hundetraining, dass wir immer alles vormachen sollten und gefragt wurden, wie ich Kayleigh dazu bringe, das zu tun, was ich möchte. Ich hatte keine Ahnung. Es war einfach eine besondere Verbindung mit leisen freundlichen Worten, und sie hat mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Ihr Tod im Alter von 12 Jahren hat mich sehr schwer getroffen.

Ein Hund ist doch zu wenig!

Nach glücklicherweise kurzer Suche sind wir über einen Wurf bei den Golden Sandstorms gestolpert. Mama Jeanie sah genau aus wie unsere liebe Kima. Und so nahmen wir Kontakt mit Frau Kannenberg auf, die uns einlud, sie zu besuchen. Ein ausgesprochen entspannter Wurf und gleichsam liebe erwachsene Hunde sowie eine sehr engagierte Züchterin erwarteten uns. Nach ausführlichem Gespräch durften wir schon eine Woche später die kleine Jolene (Miss Molly) mit nach Hause nehmen. Die Autofahrt verlief sehr angenehm und ruhig und ich quatschte Jolene die Ohren 2,5 Stunden Fahrt lang voll, damit sie mich schon einmal kennen lernt (Freunde würden gemeinerweise behaupten der arme Hund!).

Erwartungsgemäß war Kayleigh zwei Tage lang ausgesprochen skeptisch, was das dingsda bei uns soll. Dann aber hatte sie Jolene adoptiert und bemutterte und betüttelte sie ganz rührend. Abgesehen davon, dass sie ihr natürlich alles wegnahm, weil das könnte ja für die Kleine gefährlich sein!

Jolene hat seit der dritten Nacht schon durchgeschlafen und hörte gut auf den Doppelpfiff. Nun ja, irgendwann hatten wir das Eintreten des Altersstarrsinns übersehen und sie geht bisweilen ihrer eigenen Wege… Was ihr Wesen aber nach wie vor ausmacht, ist ihre Verwandtschaft mit einem Clown gekreuzt mit einem Vampir. Wäre es nich mein vierter Hund, könnte ich Angst bekommen, wenn sie mit gefletschten Zähnen auf dem Rücken liegt. Dabei amüsiert sie sich köstlich darüber, wenn sie uns zum Lachen bringt.

Am 13.11.2015 - natürlich ein Glücksfreitag der 13. - zog Bisou Finja Leave Footprints bei uns ein. Vielen Dank an Christine Fuhrmann für dieses kleine Flat-Mädel! Jolene hat die Kleine als Spielpartner sofort akzeptiert und Kayleigh gefiel sich in der Rolle der großen Dame, die ab und zu die Jugend mal zurechtgrummelt. Sie ist sehr lieb, neugierig und wissbegierig. Für ein Leckerchen geht bei ihr fast alles :)

Wieder können wir feststellen, dass Liegekissen und -betten völlig überbewertet werden. Finja hatte sich einen Karton zurechtgebastelt, bis er als Körbchen taugte.

Wenn wir uns so umsehen, besteht ein großer Teil des Hauses aus (vormals Gästebett) Hundebetten, Kissen, Körben, Sofas und allem, wo sich ein Hund ausbreiten und wohlfühlen kann. Finja ist eine erstklassige Aufenthaltsplatz-Finderin, die ersten Jahre hat sie während meines Arbeitens um den Schreibtischstuhl herum gekringelt gelegen, um nichts zu verpassen. Ihr Wesen ist vielleicht nicht vollkommen flat-typisch, sie wird nicht schnell warm mit anderen Menschen oder Hunden, ist aber allem anderen gegenüber völlig unerschrocken. Wackelnde Hängebrücken, flatternde Absperrbänder, Pferde, Müllwagen etc. lassen sie komplett kalt. Und wie alle unsere Hunde fragt sie sich bei Hundebegegnungen, in denen andere bellen, wozu das gut sein soll.